Die zunehmende Behandlung mit Stimulantien stösst bei vielen auf ein ungutes Gefühl. Sie wird mit Missbrauch in Zusammenhang gebracht und die Handhabung fällt unter das Betäubungsmittelgesetz.
Eltern, die für ihr Kind solche Medikamente ablehnen, suchen zunehmend homöopathische Alternativen. Seit Ritalin im Jahre 1944 entdeckt wurde und 1956 auf den Markt kam, ist es noch heute in der konventionellen Medizin der Therapiestandart.
Kinderpsychiater sind der Meinung, dass Ritalin nur in Notfällen eingesetzt werden soll, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, die Familie das hyperaktive Kind nicht mehr tragen kann oder in der Schule eine Katastrophe droht.
In der Schweiz hat sich der Ritalinverbrauch laut BAG im Kanton Neuenburg von 1996 bis 2000 versiebenfacht.Eine analoge Zunahme wird für den Rest des Landes angenommen. Es gibt nicht nur unzureichende Forschung über die Wirkung solcher Medikamente bei kleinen Kindern, sondern auch keine Daten über Langzeitwirkungen von Psychopharmaka auf die Gehirnentwicklung. Dr. Joseph Coyle, Vorsitzender der Psychiatrieabteilung der Harvard Medizinschule warnt: "Die ersten 4 Lebensjahre bringen gewaltige Veränderungen in der Gehirnreife mit sich... Wir müssen sehr vorsichtig sein."
Die Metaanalyse (Vergleich von 74 Studien) einer Studie der Universitäten Australiens und Neuseelands hat ergeben, dass die reine Behandlung mit Psychopharmaka zwar positive Effekte im Verhaltensbereich erzielt, aber andere für die Entwicklung notwendige Verbesserungen vermissen lässt. Kinder, die Medikation bekamen, waren demnach motorisch ruhiger und weniger impulsiv, aber sie demonstrierten keine oder kaum Verbesserungen in schulischen Leistungen oder im Sozialverhalten. Zusätzlich sagten sie aus, dass die positiven Effekte nur kurzfristig anhielten.
Demgegenüber zeigten sich bei schulorientierten Verhaltenstrainings positive und langfristige Effekte, in den für die Entwicklung der Kinder wichtigen Bereichen: Sozialverhalten und schulische Leistungen.
Zusammenfassend stellt sich heraus: Durch die Medikation wird das Kind ruhig, profitiert aber für sich selber nichts. Durch die Ruhigstellung wird ein wichtiger Teil verpasst, das Training des Verhaltens. (siehe dazu Teil Behandlung, Verhaltenstraining)
Wirkung von Ritalin
Ritalin aktiviert vermutlich das Stammhirn und den Kortex, um einen stimulierenden Effekt zu erzielen. Bei Mäusen, denen Ritalin gegeben wurde, blieb die Hirnentwicklung stehen. Ritalin ist wie Amphetamin ein Aufputschmittel.
Die Wirkung ist eigenartig. Bei einigen hyperaktiven Kindern hat Ritalin einen Beruhigungseffekt, andere macht es noch nervöser. Es ist nicht klar, warum es die einen aufweckt und die anderen beruhigt.
Nebenwirkungen vonRitalin
Depressionen, Traurigkeit
Ängste
Schlaflosigkeit
Muskelzuckungen
Appetitverlust
Tics im Gesicht
Kopfschmerzen
Haarausfall
Persönlichkeitsveränderungen: Das Kind wird steif wie ein Roboter oder seine Impulsivität steigt. Es kann zu emotionalen Unterdrückungen kommen, die Kinder zeigen nichts, sie weinen nicht, reden nicht, werden geheimnisvoller, können sich nicht ausdrücken, aber im Inneren kocht alles. Sie spüren nichts, weder Liebe noch Wärme, sie werden ruhiger aber haben keine Verbindung mehr mit der Gesellschaft. Suchtgefahr.