Leidet Ihr Kind an:
  • Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
  • Rechenschwäche (Dyskalkulie)
  • Aufmerksamkeitsprobleme (ADHS)
  • Motivations- und Konzentrationsschwäche
  • allg. Lernstörungen
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Ritalin

4.2009
Anfang April dieses Jahres sucht Frau B. mit ihrem Sohn, der sehr ungern mitgekommen ist, die Praxis auf. Er sagt mir auch sofort, dass er nicht wisse, was er hier solle und lieber zu Hause geblieben wäre, da hätte er nämlich besseres zu tun.


Der Mutter ist das Verhalten ihres Sohnes sehr unangenehm. Mir jedoch gibt es einen unverfälschten Eindruck eines Kindes, das sich in seiner Haut sehr unwohl fühlt.

Die Mutter erzählt von allen Schwierigkeiten, die sie und die ganze Familie mit Rolf zusammen seit seiner Kleinkindzeit erlebten.

Rolf ist ein Kind, das sich am Liebsten in der Natur aufhält und gerne draussen spielt. Jedoch nicht alleine, er sei jeweils gerne der Chef und er liebe es, wenn seine Kameraden rumkommandieren könne. Er raste auch sehr schnell aus, wenn etwas nicht so läuft wie er es gerne hätte.

Rolf ist stark eifersüchtig auf seinen Bruder und plagt ihn auch grundlos. Er habe sehr viel Wut in sich, sei hinterlistig und streite dauernd. Er lüge und plage Tiere und mache seine Spielsachen kaputt.

In der Schule sei es schwierig, er könne sich nicht konzentrieren und streite sich sehr oft mit den Schulkameraden und prügle sich auf dem Schulhof.

Er habe einen sehr grossen Wortschatz und kann sich sehr gut ausdrücken. Eine Einschätzung ergab, dass er hochbegabt sei. Dem Lehrer habe Rolf gesagt, dass er hier der Chef sei.

Er habe einen starken Willen, was er anpacke, das erreiche er auch.

Rolf sei aber sehr phantasievoll, habe tausend Ideen. Sein Selbstbewusstsein sei übersteigert, berichtet die Mutter, er sage oft von sich, dass das was er mache grösser, schöner und besser sei als das der anderen. Er habe gute feinmotorische Fähigkeiten und sei allgemein sehr risikofreudig. Er liebe das schnelle Fahren auf den Skiern und dem Velo.

Er sei wie unter Strom, habe eine riesige Ausdauer und komme am Abend nicht zur Ruhe. Das Einschlafen sei schwierig.

Die Mutter erzählt, dass er schon intrauterin sehr lebhaft gewesen sei. Die Schwangerschaft war schwierig. Die Mutter litt an Schwangerschaftsdiabetes und zu hohem Blutdruck.

Rolf kam dann per Kaiserschnitt zur Welt und hatte die Nabelschnur 2 Mal um den Kopf gewickelt.

Ausser den üblichen Kinderkrankheiten ist Rolf bisher noch nie ernsthaft krank gewesen. Er hat auch sonst keine auffallenden körperlichen Symptome.

Von der Schule wurde der Familie nahegelegt dem Kind Ritalin zu geben, was er auch 2 Mal täglich erhält.

Ich bespreche mit der Mutter das weitere Vorgehen und wir vereinbaren, in den kommenden Frühlingsferien, das Ritalin wegzulassen.

Rolf bekommt ein homöopathisches Mittel, das seinen Symptomen am ähnlichsten ist.

 
Eine Woche später erhalte ich den ersten Bericht. Rolf sei wie ausgewechselt, das hätten auch die Grosseltern festgestellt. Alles sei viel besser. Er habe sogar mit seinem Bruder das Frühstück geteilt und er sei ein richtig lieber Bub. Sein Freiheitsdrang sei nach wie vor gross und es sei ihm die ganzen Ferien sehr gut gegangen. Er hätte sich sogar als einziges Kind bei einem kirchlichen Anlass sehr ruhig und kooperativ verhalten.

Nach den Ferien startet er ohne Ritalin sehr gut in der Schule. Er sei schnell erschöpft und auch unkonzentriert, aber er könne gut ruhig sitzen bleiben.

Das Einschlafen sei besser und er komme so auch zu genügend Schlaf.

 
Gerne lasse ich Sie am Verlauf dieses Falles teilhaben und werde in einer Fortsetzung berichten, wie es weitergegangen ist.